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Arbeitswelt im Umbruch - Von den erfolgreichen Pionieren lernen

Veröffentlicht am 15.07.2016 | Organisations­beratung

Das Institut für Personalmanagement der Universität St.Gallen ist in seiner TOP JOB-Trendstudie 2016 der Frage nachgegangen ob sich der Schritt in die Neue Arbeitswelt lohnt, wann neue Arbeitsformen erfolgreich und wann sie schädlich für Unternehmen sind.

19.884 Führungskräfte und Mitarbeitenden in insgesamt 92 Unternehmen im deutschsprachigen Raum sind in einem Zeitraum von März bis November 2015 befragt worden. An der Befragung nahmen Unternehmen teil, die zwischen 12 und 5.000 Menschen beschäftigen, die durchschnittliche Mitarbeiterzahl war 305.

50 % der untersuchten Unternehmen ordneten sich dem Dienstleistungsbereich zu, weitere 28 % stammten aus dem produzierenden Gewerbe, 16 % gaben an, dem Handel anzugehören und 6 % stammten aus den Bereichen Finanzen, Versicherungen und Immobilien.

Die breit angelegte Untersuchung zeigt ein differenziertes Bild und hoch interessante Ergebnisse.

Für alle Unternehmen ließ sich sagen, dass „Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung, eine erhöhte Dynamik in Märkten oder veränderte Werte der Mitarbeitenden die Arbeit in Unternehmen über alle Ebenen beeinflussen.“ So erfordern laut der Studie diese aktuellen unternehmerischen Trends „auch ein Umdenken bezogen auf die Arbeitswelt“.

„Der Trend in den Unternehmen geht hin zu zunehmend flachen und netzwerkartigen Organisationsformen, in denen dezentraler und mit geringer Formalisierung gearbeitet wird.“

Die Entwicklungsrichtung in den untersuchten Unternehmen geht also eindeutig dazu, noch flexibler, schneller, innovativer und erfolgreicher für den Kundennutzen arbeiten zu können und somit als Unternehmen erfolgreich und zukunftsfähig in einer globalisierten Wirtschaft zu sein.

„Die Zusammenarbeit sowie die Führung im Unternehmen verändern sich und die Kooperation ist deutlich stärker ausgeprägt. Klassisch hierarchische Führung im Stil von Command and Control geht zurück. Für Unternehmen heißt das, sie müssen ihr traditionelles Führungsverständnis dementsprechend überdenken.“

Aus der Fülle der Untersuchungsergebnisse sei noch genannt:

  • Mitarbeitende, die zunehmend weniger vor Ort sind, verlangen von Führungskräften ein Umdenken bei Kontrolle, Einfluss und Vertrauen
  • Trotz oder gerade wegen der wachsenden Selbstbestimmung der Mitarbeitenden bleibt Personalführung entscheidend
  • ein Trend in Richtung erhöhter Diversität von Teams ist erkennbar – insbesondere bezogen auf typische Merkmale wie Alter, kulturellen Hintergrund oder Geschlecht sowie sich unterscheidende Lebensphasen und -entwürfe

Bewegung scheint also notwendig bezüglich der Organisation der Arbeit, der Strukturen im Unternehmen und im Führungsverständnis.

Dazu ist die Studie sechs neuen Arbeitsformen nachgegangen, hat deren Verbreitung und Auswirkungen genauer angesehen. Untersucht worden sind:

  • flexible Arbeitszeiten
  • Home-office
  • Desk-Sharing (keine festen, sondern flexible Arbeitsorte im Unternehmen)
  • Individualisierte Arbeit (an Fähigkeiten von Mitarbeitern orientiert)
  • Virtuelle Teams (Teams, deren Mitglieder nicht am gleichen Ort oder im gleichen Land arbeiten)
  • Fluide Teams (Teams, die immer wieder ihre Zusammensetzung verändern)

 

Die Top-Job-Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:

Neue Arbeitsformen sind in deutschen Unternehmen wenig verbreitet

Erst ca. ein Viertel der untersuchten Unternehmen nutzen neue Arbeitsformen teilweise oder in hohem Umfang. Die Ausnahme bilden flexible Arbeitszeiten, welche von fast allen Unternehmen bereits eingeführt wurden.

Neue Arbeitsformen sind aber viel mehr als flexible Arbeitszeiten.

Und ein weiteres Fazit ist:  Neue Arbeitsformen lohnen sich

„Der Vergleich der Unternehmen mit einem hohen Anteil neuer Arbeitsformen und der mit einem niedrigen Anteil neuer Arbeitsformen zeigt positive Effekte der neuen Arbeitswelt auf die Leis¬tungsfähigkeit des Unternehmens, auf:

  • Unternehmensleistung,
  • Unternehmenswachstum,
  •  Return on Investment (ROI) sind höher”

Was heißt das nun für Unternehmen, die die Erkenntnisse der Studie nutzen wollen? Möglichst umgehend dem Vorbild der erfolgreichen Pioniere folgen und arbeiten wie ein start-up?

Dazu sagt die Studie: „Der unvorbereitete Schritt in die neue Arbeitswelt birgt Risiken für Unternehmen und Mitarbeitende“. Es gibt durchaus auch Unternehmen, die sich mit zu vielen zu schnell umgesetzten Innovationen überfordert haben und dann mit großer Verwirrung und Ratlosigkeit vor einem Innovationsscherbenhaufen stehen.

Ein hektisches Einführen neuer Arbeitsformen in Kopie der Leuchtturmfirmen, die Preise in den aktuellen Wettbewerben gewinnen, bringt nur in Ausnahmefällen die erwünschten Ergebnisse.

Bei allen differenzierten Erkenntnissen der Studie beweist und empfiehlt sie was in der Arbeit mit Organisationen schon immer unverzichtbar war:

Vor der Aktion steht, bei allem Innovationsbedarf und vermeintlichem Zeitdruck, der sorgfältige Blick auf die eigene Organisation.

  1. Wo stehen wir, in welcher Arbeitswelt befinden wir uns und welche Schritte sind zur Weiterentwicklung passend und notwendig?
  2. Wie heißt unser Ziel, worin wollen wir besser werden?
  3. Was brauchen die Mitarbeitenden im Unternehmen, um sich für das Ziel einzusetzen?

 

Der Titel der Top Job Studie ist wirklich gut gewählt, er heißt: „Arbeitswelt im Umbruch - Von den erfolgreichen Pionieren lernen“ und nicht etwa: ….. „die Pioniere kopieren“. Denn gerade das ist ja die Leistung der Pioniere, dass sie sich abgesetzt haben vom bisher Gewesenen, vom bislang gültigen Standard und dass sie Wege gesucht haben, die Neues möglich machen und zu ihnen passen.

Wenn Sie nachdenken wo Ihr Unternehmen aktuell steht, welche Schritte für Ihr Unternehmen die passenden sind, wie Sie neue Arbeitsformen erfolgreich umsetzen können und wie Sie zur Arbeitswelt 4.0 auch in Ihrem Unternehmen kommen, hätten wir da ein paar Ideen.

Laden Sie uns ein zu einem unverbindlichen Sondierungsgespräch.

Gabriele Maier-Güttler

Beraterin im Bereich Organisationsberatung