Blog

Halten Sie sich auf dem Laufenden

Darum ist lebenslanges Lernen im Beruf so wichtig - die Entwicklung zur "unbewussten Kompetenz"

Veröffentlicht am 25.01.2016 | Betriebliches Gesundheits­management

Wenn Sie als Führungskraft Ihren Beschäftigten die Chance geben wollen, sich persönlich und für das Unternehmen zu entwickeln, sollten Sie wissen: Der individuelle Lernprozess findet auf vier Ebenen statt. Dies trifft für jeden Menschen zu. Sinnbildlich können Sie diesen Personalentwicklungs-Lern-Prozess(PLP©) vorteilhaft auf Ihre Unternehmens- oder Team-Entwicklung übertragen.

Grundsätzliches zum (PLP©):
Wir wissen vom kanadischen Psychologen Albert Bandura (Begründer der sozialen Lerntheorie, 1974): Jeder Lernerfolg durchläuft intrapsychisch genau vier Stufen in der Entwicklung. Bandura hat dieses Lern-Stadien-Modell in seinen Forschungen herausgearbeitet. Dieser Lern-Prozess können Sie letztlich auch als Lern-Prozess in jedem Führungskräftecoaching (wenn es professionell durchgeführt wird), in jedem Teamentwicklungs- oder sonstigen Beratungs-Prozess sehen.

Ihre vier Schritte zum Erfolg
Vereinfacht gesagt: Jeder Mensch (allgemein jeder, der sich in Entwicklung befindet – so auch im Unternehmen) durchläuft folgenden Lern-(Entwicklungs-) Prozessstufen:


1. Unbewusste Inkompetenz

2. Bewusste Inkompetenz

3. Bewusste Kompetenz

4. Unbewusste Kompetenz

Die vier Entwicklungs-Schritte bedeuten, kurz gefasst, folgendes:


1. Die Unbewusste Inkompetenz
Ein Mensch (oder ein Unternehmen) hat sich noch nie Gedanken darüber gemacht, das bestimmte Dinge wichtig sein könnten. Es war einfach noch nie im Fokus der Betrachtung.
Dazu zwei Beispiele:
• Der 20jährige Sandro P. kennt zwar das Autofahren, und fährt auch ab und zu mit, aber er hat sich noch nie Gedanken gemacht, dass er nicht Autofahren kann.
• Die Unternehmensleitung der Mayer & Sohn GmbH hat sich noch nie Gedanken über Personalentwicklung gemacht.

2. Die Bewusste Inkompetenz
Ein Mensch (oder ein Unternehmen) hat die Erkenntnis, dass er etwas nicht kann und möchte es jetzt lernen.
• Sandro P. hat den Wunsch, den Führerschein zu machen. Er sitzt zum ersten Mal hinterm Steuer und hat noch keine Fähigkeiten zum Autofahren (außer der Theorie).
• Mayer & Sohn macht sich über die Umsatz- und Gewinn-Entwicklung Sorgen und kommt zum ersten Mal mit einem Berater zusammen, der bei der Beseitigung des Problems zur Seite stehen soll und der ihnen erklärt, was Personalentwicklung ist.

3. Die Bewusste Kompetenz
In dieser Phase lernt man bewusst. Der Mensch eignet sich die notwendigen neuen Fähigkeiten an und übt sich darin.
• Unser Führerschein-Kandidat Sandro P. muss sich noch sehr beim Fahren konzentrieren und steuert die Abläufe im Auto sehr bewusst.
• Mayer & Sohn installiert neue, dem Unternehmen angepasste, Prozesse in der Personalentwicklung, die in Zukunft effizientere Teams ermöglichen sollen. Der Berater wirkt katalytisch von außen ein und sichert so eine schnellere Umsetzung (Steigerung der Effizienz).

4. Die Unbewusste Kompetenz
Alle neu erworbenen Fähigkeiten (Prozesse in Unternehmen) laufen automatisch und unbewusst ab.
• Wir gratulieren Sandro P.: Der Führerschein ist nach vielen Stunden gemacht und die Autofahrpraxis ist selbstverständlich für ihn geworden, sogar so selbstverständlich, dass man sich "nebenbei" unterhalten kann.
• Mayer & Sohn hat nun die Personalentwicklungsprozesse einige Zeit getestet und nach Bedarf verbessert. Jetzt sind Führungskräftecoaching, Teamentwicklung, Wertekommunikation etc. integriert und werden quasi automatisch im laufenden Betrieb effizient angewendet.

Nun fragen Sie sich vielleicht: Was heißt das für mich als Führungskraft?

Natürlich hinkt die Analogie zwischen dem Beispiel „Führerschein machen und dann fahren“ und dem Implementieren eines aufwändigen Personalentwicklungsprozesses etwas. Das eine ist ein personalisierter, praktischer und übender Entwicklungsprozess und das andere ein unternehmenssystemischer Organisationsprozess. Ich kenne viele Unternehmer bzw. Führungskräfte, die ihre Personalentwicklung „selbst“ machen – mit der Hand am Arm. Manche sind ja auch im Fördern und Weiterentwickeln von Menschen „Naturtalente“ und machen vieles richtig: sympathisch, freundlich, motivierend und erfolgreich. Nur: diese Spezies gibt es nicht so oft in den Unternehmen! Leider!

Meist ist es hilfreich und erfolgversprechender, wenn Führungskräfte den PLP© bzw. den oben beschriebenen Prozess kennen und dieses Wissen dann auch in ihre Praxis der Mitarbeiterführung einbauen. „Trial-and-Error“ in der Personalentwicklung ist zu wenig, und die Menschen in den Unternehmen sind zu schade dafür. Deshalb lassen wir Sie gerne an unserer Erfahrung, diese Prozesse nach PLP zu steuern, teilhaben.

Sie haben bis hierher gelesen und wollen mehr dazu erfahren? Dann freuen wir uns über Ihren Anruf. Sie erreichen uns in unserer Zentrale in Stuttgart. Wir vereinbaren einen für Sie kostenfreien Termin bei Ihnen vor Ort oder bei uns im Büro – wie Sie es wünschen!

 

Joachim Schönberger
Berater für Personal – und Managementberatung