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Frau W. aus Bensheim fragt:

Veröffentlicht am 20.10.2016 | Erfolgreich bewerben

„Im Frühjahr 2009 musste mein damaliger Arbeitgeber Insolvenz anmelden. Ich habe dann beschlossen, mich selbstständig zu machen, habe gleich am Anfang 1,5 Jahre in Elternzeit-Vertretung ein kleines buchhalterisches Team geleitet und bin nun seit fast sieben Jahren interimistisch tätig. Bis vor einem Jahr haben sich die Aufträge immer fast von alleine ergeben und hatten eine Laufzeit von 9-24 Monaten. Die vergangenen Monate war ich allerdings nur in kleineren Projekten tätig und dies nicht durchgehend und auch mit deutlich längerer Anfahrt. Nun überlege ich mir, eventuell wieder in die Festanstellung zu wechseln. Bisher habe ich aber nur Absagen erhalten. Was kann ich tun?“

 

Sehr geehrte Frau W.,

es stellt sich zunächst die Frage, ob Sie tatsächlich gezielt in die Festanstellung möchten oder gerne weiter interimistisch tätig wären. Hier könnte eine Entscheidungsmatrix helfen, in der Sie für sich alle Vor- und Nachteile auflisten, gegebenenfalls mit Lösungswegen zur Überwindung von Nachteilen. Für viele Selbständige ist beispielsweise die Akquisition und das Netzwerken ein lästiges Übel – manche können sich nie damit anfreunden, andere entwickeln Strategien und gehen nach Plan vor, um neue Aufträge zu gewinnen. Sollten Sie sich wegen der bisherigen guten Auftragslage mehr auf die operative Tätigkeit konzentriert und deshalb vielleicht die Akquisitionstätigkeit vernachlässigt haben, wäre eine erhöhte Kundenansprache, die Gewinnung von Multiplikatoren oder Providern (Steuerberatungen, Banken, Personaldienstleister oder Personalvermittlungen) und der Besuch von Netzwerk-Veranstaltung ein möglicher Lösungsansatz.

Kommt für Sie zukünftig nur noch die Festanstellung in Frage, brauchen Sie vermutlich einen etwas längeren Atem, das heißt Geduld und akribische Vorbereitung. Dass Sie bisher nur Absagen erhalten haben, kann unterschiedliche Gründe haben. Die Erfahrung zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Festanstellung mit der zunehmenden Dauer der Selbstständigkeit sinkt. Das bedeutet für Sie mehr, vor allem auch gute und ansprechende Bewerbungen, um die Wahrscheinlichkeit eines Vorstellungsgesprächs zu erhöhen.

Der Lebenslauf sollte sauber, übersichtlich, mit relevanter Information und in ansprechendem Lay-out erstellt sein. Im individualisierten Anschreiben können Sie auch erklären, warum die Festanstellung für Sie interessant ist. Hier sind positive Gründe (langfristiges Handeln, intensiverer Kontakt zum Unternehmen und zu Kollegen o. ä.) ansprechender als negative (schlechte Auftragslage). Im persönlichen Kontakt können Sie Ihre Stärken besser zur Geltung bringen. In einem Telefonat oder bei einer Netzwerk-Veranstaltung können Sie sich direkt mit einem potentiellen Arbeitgeber austauschen.

Immer wieder gibt es auch die Möglichkeit, von einem Interim-Einsatz direkt in die Festanstellung zu wechseln. Auch wenn dies dann vielleicht nicht die Traumstelle ist: Beide Seiten haben sich schon gegenseitig etwas näher kennen gelernt und wissen ungefähr, worauf sie sich einlassen.

Sie haben Fragen dazu oder möchten sich im Bewerbungsprozess, z. B. bei der Erstellung Ihrer Bewerbung unterstützen lassen? Kontaktieren Sie mich gerne!

 

Meera Gandbhir

Dr. Meera Gandbhir
Seniorberaterin und Prokuristin