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Was bringen uns Gehaltsstudien?

Veröffentlicht am 28.04.2015 | Compensation & Benefits

Personalverantwortliche stehen sehr oft vor der Herausforderung, für eine bestimmte Position eine Gehaltshöhe zu bestimmen. Sowohl bei einer Neueinstellung als auch bei Gehaltsverhandlungen mit den Arbeitnehmern der Belegschaft wird von ihnen erwartet, dass sie kompetent Auskunft geben können. Dazu sind sie jedoch meist nicht in der Lage, da ihnen die dafür erforderlichen Grundlagen genauer Gehaltsstudien fehlen. Genaue Erhebungen zeigen, welche Faktoren Gehälter beeinflussen und dass gut durchgeführte Gehaltsstudien sehr genaue Ergebnisse bieten können. Zusätzlich liefern diese erstaunliche und vielleicht auch unerwartete Resultate.

Oft schauen Firmen auf die Schnelle, wenn Gehaltsdaten gesucht werden in das Internet und meinen, dass hier gutes Datenmaterial kostenlos zu finden sei. Das ist ein Trugschluss! Wir haben bei einem Portal, das gute Gehaltsdaten anpreist, den Versuch unternommen, eine Assistentin/Sekretärin mit einem Monatsgehalt in Höhe von € 15.000,- zu platzieren. Mit großem Erfolg – dieses Portal hat die Daten ohne Plausibilitätsqueck angenommen. Es darf getrost an der Glaubwürdigkeit solcher Ergebnisse gezweifelt werden.

Als Personal- und Managementberatung hat die Conciliat GmbH, durch die zahlreichen Mandate eine sehr gute Übersicht über die Gehaltssituation in einzelnen Bereichen.

Welche Aussagen zu Gehältern können also aufgrund der jüngsten Auswertungen beispielhaft getroffen werden?

  • Bekannt ist sicherlich, dass das Einkommen zwischen 25-jährigen und 55-jährigen bei vergleichbarer Tätigkeit bei älteren Kollegen zwischen 25% und 40% höher liegen.
  • Allgemein hält sich die Meinung,  je größer die Unternehmen, desto höher die Gehälter. Die Erfahrung zeigt oft ein anderes Bild: Auf den ersten Blick ist erstaunlich, dass die Mitarbeiter in den untersten Positionen in Kleinstunternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern mehr verdienen als die vergleichbaren Arbeiter der Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Die Arbeitnehmer der Unternehmen mit 251 bis 500 MitarbeiterInnen verdienen in den untersten Klassen am wenigsten. Allerdings verdienen Mitarbeiter der Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten generell mehr.
  • Dass IT-Fachkräfte von allen Fachkräften am meisten verdienen ist eine weitere weit verbreitete Meinung. Das gilt allerdings nur für die mittleren Positionen im IT-Bereich, die bis zu 20 Prozent mehr verdienen als die Mitarbeiter aus der allgemeinen Administration. Am höchsten sind die Gehälter für die Marketing- und Vertriebsmitarbeiter im obersten Segment.
  • Schlagzeilen wie - „Frauen verdienen 40 Prozent weniger“ (Die Presse, 5.3.2015)- waren vor dem Weltfrauentag am 8. März  möglicherweise leicht missverständlich - ein sehr emotional diskutiertes und zweifellos wichtiges Thema. Eine durchgeführte Gehaltsstudie zeigte anhand von zwei Positionen, dass die Gehaltsunterschiede bei 11 beziehungsweise 16 Prozent lagen, wobei auch die Frauen durchschnittlich zwischen 4 und 5 Jahre jünger waren. In der mittleren Führungsebene  verdienten die Frauen mit einem um 8 Jahre geringeren Alter circa 15 Prozent weniger. In der oberen Führung verdienten die durchschnittlich gleich alten Frauen circa 11 Prozent mehr als die Männer, wobei nur sechs Frauen in diese Höhen vorstießen.
  • Somit ist diese Aussage auch nicht repräsentativ. Fast zehnmal mehr Männer arbeiten in den untersuchten Unternehmen in einer vergleichbaren Position. Ein weiterer Vergleich, um zu illustrieren dass es Frauen noch immer schwer haben: Weltweit stehen nur 80 von 3.000 analysierten börsennotierten Unternehmen unter der Leitung eines weiblichen CEO (Wirtschaftsblatt, 6.3.2015).

Welche Vorteile bieten Gehaltsstudien?

Gehaltsstudien liefern den HR-Verantwortlichen klare Entscheidungshilfen: Überbezahlung führt dazu, dass auch andere Mitarbeiter Lohnerhöhungen fordern und sich die Gehälter durch den „Dominoeffekt“ weiter hochschaukeln.

Zu niedrige Gehälter in Schlüsselpositionen bergen wiederum die Gefahr, dass wertvolle Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und durch die Nachbesetzung hohe Kosten entstehen. Studien gehen von Kosten zwischen 90 bis 200 Prozent des Mitarbeiterjahresgehalts (Society of Human Resource Management, 2008) aus.

Für Gehaltsdiskussionen bietet eine Gehaltsstudie die richtige Grundlage, um fundierte Diskussionen mit den eigenen Mitarbeitern oder mit etwaigen Bewerbern bei Gehaltsverhandlungen führen zu können. Vielfach bestimmen die Bewerber das Gehaltsniveau, da das werbende Unternehmen den Branchendurchschnitt nicht kennt.  Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass bei neu zu besetzenden Positionen viele Unternehmen bezüglich Gehaltshöhe im Dunkeln tappen.

Wenn Unternehmen mit Hilfe von Gehaltsstudien Verzerrungen oder Schieflagen im Gehaltssystem in der Firma erkennen, kann Conciliat bei der Einführung eines Compensation Management unterstützen. Das hilft Unternehmen auch, Talente an die Firma zu binden. Mit einem professionellen Change Management ist die erfolgreiche Einführung eines neuen Entgeltsystems möglich.

 

Klaus Scholbeck

Berater