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Agile Führung – eine Herausforderung

Veröffentlicht am 23.01.2017 | Organisations­beratung

Im Unternehmen der Zukunft arbeiten Teams mit hoher Selbstverantwortung. Ein neuer Geist prägt die Unternehmenskultur. Das Unternehmen macht gute Umsätze und  leistet einen wertvollen Beitrag für das  Gemeinwohl. Die Mitarbeiter kommen jeden Tag mit Freude zur Arbeit. Sie identifizieren sich mit ihrem Unternehmen und seinen nachhaltigen Produkten bzw. den Dienstleistungen, die das Unternehmen seinen Kunden anbietet.

Zukunftsmusik? In vielen Unternehmen mag es noch ein weiter Weg sein, bis es so weit ist. Notwendig ist die Entwicklung allemal, und viele Unternehmen haben sich bereits erfolgreich auf den Weg gemacht.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Entwicklung zur „Arbeit 4.0“ ist ein neues Führungsverständnis und eine veränderte Führungspraxis. Dafür steht der Begriff „agile Führung“. Für Führungskräfte bedeutet das eine immense Herausforderung.

 

Was bedeutet agile Führung?

Eine agile Führungskraft verzichtet darauf, top-down zentrale Entscheidungen zu treffen, deren Umsetzung dann an die Mitarbeiter zu verteilen und anschließend zu kontrollieren, was geleistet worden ist.
Agile Führung fördert Selbstverantwortung und Identifikation der Mitarbeiter.

Eine agile Führungskraft verzichtet darauf, Wissen als exklusives Gut und als Mittel der Überlegenheit zu nutzen.
Agile Führung stellt Wissen für alle Mitarbeiter zur Verfügung. Informationsvorsprünge dienen in der Arbeitswelt 4.0 nicht dem Machterhalt, sondern verpflichten in besonderem Maße zur Verantwortung und zum Handeln, das dem gesamten Unternehmen dient.

Eine agile Führungskraft verzichtet darauf, die Innovationsbereitschaft der Mitarbeiter zu unterbinden.
Agile Führung setzt Rahmenbedingungen, die Mitarbeiter Selbstverantwortung  übernehmen lässt.

Eine agile Führungskraft verzichtet auf das Prinzip „teile und herrsche“.
Agile Führung schafft Rahmenbedingungen, in denen vernetztes Arbeiten und echte Kooperation möglich ist.

Eine agile Führungskraft verzichtet darauf, bei Fehlern Schuldige zu suchen.
Agile Führung schafft Raum für eine Kultur, in der Fehler vorkommen dürfen, in der aber nicht  nach Schuldigen, sondern nach besseren Lösungen gesucht wird.

Eine agile Führungskraft verzichtet darauf, ein starres Regelwerk aufzubauen, innerhalb dessen Mitarbeiter funktionieren müssen.
Agile Führung orientiert sich an Ergebnissen und nicht an der Einhaltung von Regeln und Bestimmungen. Rechtliche, hygienische, gesundheitliche Grenzen etc. einzuhalten ist eine Selbstverständlichkeit, alles andere wäre naiv.

Eine agile Führungskraft verzichtet darauf, die Schwächen der Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu stellen.
Agile Führung konzentriert sich auf Stärken der Mitarbeiter und entwickelt diese weiter.


Wer als Führungskraft denkt, in agilen Unternehmen gäbe es keine Aufgaben mehr, irrt gewaltig. Es ist die größte Herausforderung, die eigene Rolle und das eigene Handeln neu zu definieren und neu aufzustellen. So ein Prozess braucht Zeit, und wer nach der ersten Runde schon frustriert aufgibt und zum Altbewährten zurückkehrt, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden.

Was könnten Sie morgen tun?
Fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach 10 Ideen zur Lösung einer aktuellen Herausforderung, die Sie noch nie ausprobiert haben – und halten Sie es aus, dass nachgedacht werden muss.

 

 

Gabriele Maier-Güttler

Beraterin im Bereich Organisationsberatung