Blog

Halten Sie sich auf dem Laufenden

Als Führungskraft gegen „Burnout“

Veröffentlicht am 21.07.2014 | Betriebliches Gesundheits­management

KS: Warum kämpfen heute mehr Menschen in der Arbeitswelt als früher mit einem „Burnout“?

Schönberger: Eine Ursache ist sicherlich die sich rasant verändernde Arbeitswelt. Daneben gibt es gesellschaftliche Gründe. Vielen Menschen mangelt es heute im privaten Umfeld an so genannten „Unterstützer“, die sie in Stress-Situationen entlasten. Außerdem ist „Burnout“ ein unspezifischer Sammelbegriff für viele „psychisch-seelische“ Leiden geworden. Der allerdings in unserer Arbeitswelt und in der Gesellschaft „toleriert“ wird.

KS: Sind Führungskräfte stärker von einem Burnout bedroht als „normale“ Mitarbeiter?

Schönberger: Ja und nein. Die allermeisten Führungskräfte befinden sich ja in einer Sandwichposition, in der sie von vielen Seiten mit hohen Erwartungen konfrontiert werden. Das erhöht ihren Arbeits- und Leistungsdruck.

Zugleich haben aber gerade Männer und Frauen in gehobenen Führungspositionen im Laufe ihrer beruflichen Biografie oft Strategien entwickelt, um mit Stress konstruktiv umzugehen.

KS: Wie können Führungskräfte einem „Burnout“ vorbeugen?

Schönberger: Wichtig ist es, darauf zu achten, dass man sich nicht wie ein Hamster im Laufrad dreht und sich das Gefühl verdichtet: Egal, wie sehr ich mich anstrenge, ich schaffe es nicht. Das heißt, wichtig ist es, bildhaft gesprochen, immer mal wieder den Fuß vom Gas zu nehmen und zu reflektieren: Was will ich und was tue ich denn eigentlich?

Wichtig ist es auch, sich körperlich fit zu halten. Und zudem sollte man

an der Situation und häufig auch der eigenen, inneren Einstellung arbeiten. Etliche Führungskräfte nehmen sich heute zu dieser Thematik einen ausgebildeten Coach.

KS: Was sind Symptome für einen Burnout?

Schönberger: Ein Warnzeichen ist es meist, wenn Menschen pausenlos arbeiten und dabei zunehmend einen gehetzten und frustrierten Eindruck machen. Ebenfalls ein Warnsignal ist es, wenn Menschen sich sozial isolieren. Ein weiteres Alarmsignal ist es, wenn Mitarbeiter zunehmend über Erschöpfung und mangelnde Konzentrationsfähigkeit klagen oder verstärkt zu solchen ‚Helfern’ wie Alkohol und Tabletten greifen. Kann die Führungskraft oder der Mitarbeiter im Urlaub seine mobilen Helfer(Handy, Tablets, Notebook etc.) nicht mehr „ausschalten“, kann dies ein erstes „Alarmzeichen“ sein.

KS: Welchen Führungsstil sollte ein Chef wählen, damit seine Mitarbeiter nicht ausbrennen?

Schönberger: Führungskräfte gehen hier über den Grat: sie sollen ihre Mitarbeiter fordern, aber nicht überfordern. Wann ein Mitarbeiter sich überfordert fühlt, hängt von vielen Faktoren ab – seinen Kompetenzen, seinem Können, seiner körperlichen Verfassung und seinem Selbstwertgefühl. Deshalb sollten Führungskräfte sich bewusst Zeit für ihre Mitarbeiter nehmen. Zeit, um ihnen zu erklären, warum ihre Aufgaben wichtig sind, Zeit, um ihnen Unterstützung zu gewähren. Am Arbeitsplatz sollte kein Klima der Angst bestehen, bei dem die Mitarbeiter stets befürchten müssen: Wenn ich die Erwartungen nicht erfülle, stehe ich auf der Abschussliste. Denn Angst erzeugt Druck. Druck erzeugt Schlechtleistung. Schlechtleistung erzeugt Angst! So entsteht ein negativer zirkulärer Prozess: Das „Hamsterrad-Syndrom“.

Kurz gesagt: Führungskräfte sind für ein positives Arbeitsklima zuständig.

KS: Was sollte eine Führungskraft tun, wenn trotzdem ein Mitarbeiter Anzeichen eines drohenden Burnouts zeigt?

Schönberger:

1. Es gilt genau zu unterscheiden: ist es eine temporäre Arbeitsüberlastung oder eine

    schon manifeste Belastung im Sinne eines „Burnouts“.

2. Oft reicht es schon kurze, regelmäßige und professionelle Gespräche zu führen

    und den Mitarbeiter dadurch zu entlasten.

3. Das Gespräch mit dem Mitarbeiter zu suchen ist unbedingt notwendig, um dann zu

    klären: Ist der Mitarbeiter zurzeit überfordert? Benötigt er Unterstützung oder

    Entlastung?

4. Befindet sich ein Mitarbeiter aufgrund eines Burnouts bereits in einer depressiven

    Verstimmung, muss professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, denn   

    Führungskräfte sind keine Therapeuten!

Klaus Scholbeck: Wir danken Ihnen für das Gespräch und für die wichtigen Impulse.

 

Fazit:

Als Gesundheitscoach und Berater für die betriebliche Gesundheitsförderung kann Joachim Schönberger Sie in allen Fragen der Entscheidungsspielräume für psychische Belastungen am Arbeitsplatz unterstützen, alle Kommunikationserfordernisse für Sie herausfinden, den Faktor Zeit und seine Konsequenzen auf die Psyche des einzelnen Mitarbeiters und ganzer Teams erforschen, die Auftragsvielfalt und die Durchaubarkeit bzw. die Undurchschaubarkeit/Alogik von Arbeitsabläufen, die zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz führen erkennen und Vorgaben erläutern um diese zu verändern.

Dringende Bitte an Sie: Warten Sie nicht bis die Beschäftigten anfangen das Gesetz und sich ernst zu nehmen um dann zu klagen. Das wird teuer. Handeln Sie frühzeitig um größere Schäden an Leib und Psyche der Beschäftigen zu verhindern und weiterhin erfolgreich im Wettbewerb zu stehen.

Maßnahmen zur „Prävention in betrieblichen Zusammenhängen“ stehen bei den jüngsten Beschäftigtenumfragen ganz weit oben.

 

Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, freuen wir uns über Ihren Anruf.

 

Joachim Schönberger

Berater