Blog

Halten Sie sich auf dem Laufenden

Delegation Poker - Arbeit 4.0 braucht neue Werkzeuge

Veröffentlicht am 23.10.2017 | Organisations­beratung

Im letzten newsletter habe ich DAILYs beschrieben, die tägliche, kurze Abstimmung im Team, die alle im Fluss der aktuellen Informationen und der Entwicklung hält und sowohl kurzfristige Anpassungen als auch gegenseitige Unterstützung möglich macht.

Organisationen, die sich aufmachen in die neue Arbeitswelt, experimentieren  derzeit mit Methoden, mit denen flüssiger und reaktionsschneller gearbeitet und die Selbstverantwortung von Mitarbeitern gefördert werden kann.

Ein verändertes Führungsverständnis ist dazu Dreh- und Angelpunkt.  Führungskräfte sollten sich dringend damit auseinandersetzen wie sie ihre Aufgaben und Handlungen im Sinne der Anpassung an veränderte und sich stetig weiter verändernde Umweltbedingungen weiterentwickeln können.

Eine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen war auch nach dem zweiten Weltkrieg dringend notwendig. Die Wirtschaft brauchte Wachstum. Wachstum braucht Freiräume. Im Bereich der Führung ist die Delegation eine Möglichkeit, voran zu kommen. Unter dem Begriff „Harzburger Modell“ ist für die Delegation das Prinzip AKV entstanden. Nach diesen drei Buchstaben sollte Delegation stattfinden. Demnach muss sowohl die

Aufgabe als auch die
Kompetenz zur Erfüllung der Aufgabe und die
Verantwortung für deren Erfüllung

an einen Mitarbeiter gegeben werden.

Führungskräfte sollten von operativen Aufgaben entlastet werden, um ihnen  Raum zum Denken zu geben. An Mitarbeiter wurde ein fest definierter Aufgabenbereich und die dazugehörende Verantwortung übergeben. Aufgabe der  Führungskraft ist es dann, die Ergebnisse regelmäßig entgegen zu nehmen und die Gesamtzusammenhänge im Blick zu halten.

Wie ist das heute?

In Zeiten von zunehmender Komplexität reicht es nicht aus, wenn Führungskräfte Raum zum Denken haben. Unternehmen sind darauf angewiesen, dass alle MitarbeiterInnen sich aktiv an Denk- und Entwicklungsprozessen beteiligen. Das Ausrichten einer Vielfalt an Anforderungen auf den Nutzen für den Kunden braucht das Mitdenken von allen.

Sind im Modell AKV Aufgaben an einzelne fähige MitarbeiterInnen delegiert worden, so ist es heute notwendig, ganze Aufgabenbereiche in die Verantwortung von vernetzt arbeitenden Teams zu geben, die große Nähe zu Kunden und Nutzern haben.

Jurgen Appelo, der sich intensiv damit beschäftigt wie die Arbeitswelt 3.0 gestaltet werden kann, schlägt mit DELEGATION POKER ein frisches Verfahren zum Delegieren in der zeitgemäßen Variante vor.

Appelo benennt 7 Stufen der Delegation:

Von TELL (die Führungskraft teilt ihre Entscheidung mit) – über SELL (die Führungskraft erklärt die Entscheidung) CONSULT (Führungskraft konsultiert Mitarbeiter) AGREE (gemeinsam Vereinbaren) ADVICE (Führungskraft berät) INQUIRE (Führungskraft fragt Entscheidung der Mitarbeiter ab) führen die Stufen bis zu DELEGATE, d.h. der vollen Übernahme von Aufgabe und Verantwortung an ein selbstorganisiertes Team.

Beim Spiel Delegation Poker wird gemeinsam über Aufgaben und dem Umgang damit gesprochen. Wie beim Poker ziehen Mitglieder eines Teams verdeckt eine Stufe, die sie für die optimale Bearbeitung der Aufgabe vorschlagen. Die Einschätzung dazu kann je nach Aufgabe sehr verschieden sein. Dann wird gleichzeitig aufgedeckt, ggfs. über unterschiedliche Einschätzungen verhandelt und eine von allen mitgetragene Lösung festgelegt.

Was könnten Sie morgen tun?

  • Mit Ihrem Team über die verschiedenen Stufen der Delegation sprechen.
  • Bei Aufgaben ein gemeinsames Verständnis suchen auf welcher Stufe das beste Ergebnis zu erzielen ist.
  • Den Mut haben, öfter mal eine Stufe höher zu gehen.


Bei der Umsetzung dieser Methode oder anderer neuer Formen zur Kooperation und Führung im Unternehmen gibt es Unterstützung.
Fragen Sie uns an, wenn wir Sie unterstützen dürfen.

Gabriele Maier-Güttler

Beraterin im Bereich Organisationsberatung