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Herr D. aus Ratingen fragt:

Veröffentlicht am 20.04.2018

„Seit über zehn Jahren bin ich bei einem Arbeitgeber, einem mittelständischen Familienunternehmen in der Metallindustrie, als kaufmännischer Leiter tätig und habe die Geschäftsleitung immer wieder auch in schwierigen Situationen unterstützt. Ende letzten Jahres wurde mir aus heiterem Himmel gekündigt. Auch auf Nachfrage konnte mir kein plausibler Grund genannt werden. Die Trennung – die ich selbst nun aufgrund des zerstörten Vertrauensverhältnisses auch möchte - gestaltet sich schwierig, ein Zwischenzeugnis liegt mir leider nicht vor. Was sage ich in Vorstellungsgesprächen zum Wechselgrund?“

 

Sehr geehrter Herr D.,

im Vorstellungsgespräch geht es darum, sich gegenseitig kennen zu lernen – die fachlichen Ansprüche des Unternehmens bzw. Ihr vorhandenes Know-How, die Unternehmensziele und Ihre Motivation, die Unternehmenskultur und Ihre Vorstellung vom beruflichen Miteinander. Zum einen möchten beide Seiten prüfen, ob man fachlich zueinander passt, aber auch, ob man sich gegenseitig vertrauen kann. Üblicherweise haben Sie am Anfang des Gesprächs die Gelegenheit, sich selbst vorzustellen und dabei die Gemeinsamkeiten herauszustreichen.
Sie können darlegen, warum Sie die richtige Person für die aktuelle Vakanz sind – fachlich, aber auch persönlich. Gerade von einem kaufmännischer Leiter wird Vertrauenswürdigkeit, aber auch Diskretion gefordert. Das heißt für Sie, dass Sie auf jeden Fall ehrlich sein, andererseits aber nicht zu tief in Details einsteigen sollten. In einem oder zwei Sätzen können Sie erklären, dass die Unternehmensleitung eben nun mal so entschieden hat und Sie derzeit in Austrittsverhandlungen sind. Auf Nachfrage können Sie darauf verweisen, dass Sie die Sache weiter vertraulich behandeln möchten, da Sie auch jetzt noch ein loyaler Mitarbeiter sind. Sollte es z. B. zuvor eine Änderung in der Geschäftsleitung gegeben haben, können Sie immerhin diese erwähnen als potentiellen Auslöser. Keinesfalls sollten Sie in lange Rechtfertigungen bzw. Spekulationen verfallen oder schlecht über Ihren ehemaligen Arbeitgeber sprechen.
Besser ist es, vor dem Gespräch über mögliche Referenzpersonen nachzudenken, z. B. jemand aus der Wirtschaftsprüfung, mit dem Sie zuletzt zusammengearbeitet haben, oder eine ehemalige vorgesetzte Person. Nutzen Sie Ihr Netzwerk, konzentrieren Sie sich auf Ihre Erfolge und die vielen positiven Rückmeldungen, die Sie in Ihrem bisherigen Berufsleben schon hatten.

 

Meera Gandbhir

Dr. Meera Gandbhir
Seniorberaterin und Prokuristin