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HR 4.0 - Warum digitale Transformation nicht nur die IT betrifft

Veröffentlicht am 03.06.2019 | HR-Organisation

Zur agilen Personalarbeit gehören mehr denn je auch exzellente HR-Prozesse – strukturiert und dennoch flexibel, schnell aber nicht überhastet. Eine gute IT- Landschaft als Basis unterstützt dabei. Im Rekruting stellt sich beispielsweise im Kontext des Fachkräftemangels die Frage, ob sich ein Kandidat beim Unternehmen bewirbt – oder nicht umgekehrt ein Unternehmen bei einem Kandidaten. Hier gilt es, sich die Nutzerbedarfe klar zu machen bzw. die sogenannte ‚User Experience‘.
 
Jeder Wechselwillige mit konkretem Interesse hat die direkte Möglichkeit, sich im Dialog zu informieren (Telefon, Chat, Messenger etc). Bei einer Direktansprache braucht es Fingerspitzengefühl und exklusives Infomaterial bzw. eine sehr gute Personalberatung, um das Interesse potentieller Kandidaten zu wecken. Wenn Sie tatsächlich einen CV erhalten, beginnt der Kampf um das Vertrauen. Schnelle Reaktionszeiten sind immens wichtig, z. B. in Form eines kurzen Telefonats, gegebenenfalls mit klärenden persönlichen Rückfragen. Insbesondere für persönliche Kennenlern-Gespräche stellt sich die Frage: Wann arbeitet eine HR-Abteilung üblicherweise und wann hat der Bewerber Zeit? HR-Rekruting-Arbeitszeiten zwischen 16 und 20 Uhr oder auch Samstags sind noch nicht in der Breite festzustellen.

Ein Idealbeispiel:
Freitag um 15 Uhr klingelt das Telefon in der Personal-Abteilung: Sabrina Mair ist Account-Managerin beim Mitbewerber und erkundigt sich, ob es für sie interessant sein könnte, sich zu bewerben. Sie fühle sich nicht mehr wohl, die Kommunikation im Unternehmen sei schlecht und die Wertschätzung vor lauter Aktivitäten deutlich Prio B. Personalleiter Thorsten Schmidt ist freundlich, hinterfragt 3 bis 4 relevante Themen, nimmt die Kontaktdaten auf und verspricht für die nächste Woche den Anruf einer Vertriebsführungskraft. Herr Schmidt gibt den Kontakt in ein System ein (natürlich DSGVO-konform) und Frau Mair wartet auf den Anruf in der Folgewoche.

Um 16 Uhr ruft die Vertriebsdirektorin Petra Kosta bei Frau Mair an: „HR hat so begeistert von Ihnen berichtet, da wollte ich es gleich bei Ihnen versuchen.“ In einem lockeren Gespräch erfolgt der Abgleich von Eckpunkten und Austausch zu Insiderthemen. Dann wird ein Termin für Montag oder Dienstag gemacht – zu einer Randzeit, die für Frau Mair eine stressfreie Anreise möglich macht. Frau Mair erkundigt sich, welche Unterlagen benötigt werden. Frau Kosta möchte nicht zu viel Zeit verlieren: „Ihre Person und das Telefonat waren so wertvoll, dass Sie die Unterlagen gern auch mitbringen können oder gegebenenfalls nachreichen – wir wollen Sie als Person, das persönliche Gespräch hat Vorrang.“

Das Telefonat wird im System vermerkt, eine Terminbestätigung an Frau Mair wird durch das System erstellt. Dann geht es weiter mit dem Kennenlern-Gespräch, im Idealfall auch mit einem Onboarding und späterer Personalentwicklung.

Agiles Arbeiten heißt, offen für Neues zu sein, Flexibilität zu zeigen und über Abteilungs- und kulturelle Grenzen zusammen zu arbeiten. Es ist Zielsetzung, die Prozesse, die Systeme und insbesondere die handelnden Menschen diesbezüglich zu entwickeln. Hier ist HR gefordert – in gleichem Maße auch in anderen HR-Themenfeldern, beispielsweise Organisationsmanagement, betriebliches Eingliederungsmanagement, Vergütungsmanagement, Change-Prozesse oder Führungskräfte-Training bzw. Mitarbeitergespräche.

Sie stellen derzeit Ihre Handlungsfelder auf den Prüfstand und reflektieren Ihren Optimierungsbedarf? Wir unterstützen Sie praxisnah und pragmatisch – kontaktieren Sie uns!

 

Thomas Wildermuth

Berater im Bereich Personal-Organisation