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Unser Leser F. aus Darmstadt fragt:

Veröffentlicht am 21.05.2015 | Erfolgreich bewerben

„Vor kurzem wurde ich in einem Vorstellungsgespräch aufgefordert, mich selbst in einer SWOT-Analyse darzustellen. In dem Moment wusste ich nicht, was gemeint ist. Wie reagiere ich dann am besten?“

                 

Sehr geehrter Herr F.:

Ein Vorstellungsgespräch sollte prinzipiell so weit wie möglich Dialogcharakter haben. In diesem Dialog sollten sich beide Parteien auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen und so offen wie möglich kommunizieren.

Das heißt: Auch auf Fragen, mit denen Sie nicht gerechnet haben, sollten Sie bestmöglich antworten. Ist Ihnen gerade entfallen, das SWOT für Strengths/Weaknesses/Opportunities/Threats steht, hilft nichts: Sie müssen so elegant wie möglich nachfragen.

Denn letztendlich geht es hier um nichts anderes als um die Frage nach Ihrer Selbsteinschätzung. Wie sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen? Wissen Sie, was Sie gut können? Wissen Sie, in welchen Feldern Sie für den zukünftigen Arbeitgeber eine Bereicherung sind? Und in welchen Bereichen fühlen Sie sich weniger fit und müssen noch dazulernen?

Der Fragesteller möchte wissen, inwieweit Ihre Selbsteinschätzung mit dem Fremdbild übereinstimmt, wie selbstbewusst Sie Ihr Können darlegen können und wie souverän Sie mit ‚Nicht-wissen‘ umgehen. Es ist niemand perfekt, und deshalb kann immer eine Situation entstehen, in der Sie sich nicht nur auf Ihre bisherige Erfahrungen und Kenntnisse verlassen können. Den Fragesteller interessiert insbesondere, ob Sie zum einen überhaupt erkennen, was für Sie Neuland bzw. eine schwierige Situation ist, und zum anderen, ob Sie im Falle eines Problems einen kühlen Kopf bewahren und so Lösungsansätze erkennen.

Am besten beschreiben Sie zunächst Ihr fachliches Know-How und warum dieses für das Unternehmen von Nutzen ist. Bringen Sie ein oder zwei Beispiele für Ihre persönlichen Stärken (->strengths) und wie Sie diese beim zukünftigen Arbeitgeber einsetzen möchten (->opportunities), z. B. Kommunikationsstärke oder Verhandlungsgeschick, wenn Sie sich als Key-Accounter bewerben. Bei Ihrer Schwäche (-> weaknesses) sollten Sie betonen, wie Sie mit dieser umzugehen gedenken bzw. wie Sie diese überwinden möchten, um schwierige Situationen (-> threats) zu meistern.

 

Dr. Meera Gandbhir
Seniorberaterin und Prokuristin